Zehnder ComfoAir Lagerschaden beheben

Es ist kurz nach Weihnachten. Die Tage sind ruhig und entspannt. Doch ein unangenehmes Geräusch dringt aus dem Heizungsraum? Nach genauerem Hinhören war der Übeltäter schnell gefunden. Es kam aus unserer Lüftungsanlage. Einer Zehnder ComfoAir Q350. Und offensichtlich handelt es sich um einen Lagerschaden an einem der Lüfter. Das Gerät gibt einen brummenden, pfeifenden Ton von sich.

An sich ist ein tolles Gerät. Ich bin wirklich zufrieden damit. Aber innerhalb von 4 Jahren ist dies nun schon der zweite Lagerschaden. Nach etwa 2 Jahren, kurz vor Ablauf der Gewährleistung, hatten wir bereits das gleiche Problem. Damals wurde das gesamte Lüftermodul getauscht. Ich kann nur hoffen, dass diese Module repariert und nicht einfach weggeworfen wird.

Nun ist jedenfalls damit zu rechnen, dass wir die Kosten einer Reparatur tragen müssten, die sicher nicht günstig wird. Im Internet ließt man von 400-500 Euro inkl. Montage. Das reine Ersatzteil liegt bei etwa 150-200 Euro.

Aber wenn es nur die Lager sind, sollte das Problem einfach zu lösen sein. Also habe ich die Anlage zerlegt und beide Lüftermotoren ausgebaut. Wie auch schon von anderen im Internet beschrieben, sind tatsächlich Standard Kugellager verbaut. Also bin ich fix zu einem Fachhändler für Wälzlager gefahren und habe neue Kugellager gekauft. Genauer vier mal SKF 608 ZZ (zwei pro Motor). Kosten insgesamt etwa 14 Euro.

Nachdem die vordere Abdeckung und der Wärmetauscher entfernt sind, können die Lüftermodule entfernt werden. Dazu einfach die zwei Kunststoff Nippel herunterdrücken und das Modul oben zur Mitte ziehen. Vorher natürlich die roten Schläuche lösen

Bevor das Lüftermodul entnommen werden kann, müssen noch die Kabel gelöst werden. Dazu müssen die Klappen für den Bypass ausgehangen werden. Dann wird eine Styropor Abdeckung entfernt, unter der sich die Steckverbinder befinden. Diese lassen sich einfach lösen und das Kabel ausfädeln.

Für die Demontage des Motors müssen zuerst die 4 Schrauben auf der Rückseite entfernt werden. Dann kann man den Deckel mit den Kabeln und der Platine drin vorsichtig und gerade abziehen. Die Verbindung zwischen Elektronik im Deckel und den Wicklungen des Motors erfolgt über Stifte, die in Federklemmen stecken. Diese sollten bei der Demontage nicht verbogen werden. Ein bisschen ziehen kann man. So schnell geht da nichts kaputt.

Anschließend sieht man den schwarzen Motorträger. In der Mitte befindet sich eine Kappe auf dem Kugellager, die einfach mit einem Schraubenzieher entfernt werden kann.

Auf der Welle darunter befindet sich ein Sprengring, der mit einer Zange aufgebogen und entfernt werden kann. Wenn dies erfolgt ist, kann das innere Teil mit den Kugellagern von der Welle gezogen werden. Sollte dies nicht einfach gehen, kann man von der Rückseite vorsichtig mit einem dünnen Stab durch die Öffnungen hindurch auf das Innenteil schlagen.

Die Lager selbst sitzen in einer Kunststoff Buchse und sind sehr einfach zu entfernen, indem man einen dünnen Stab durch das obere Lager steckt und auf dem unteren verkantet. Ein sanfter Hammerschlag lässt das untere Lager heraus fallen.

Die neuen Lager werden nun einfach wieder eingesetzt, alles gereinigt und zusammengebaut, wie es zerlegt wurde. Wenn alles wieder montiert ist, sollte die Lüftungsanlage wieder klaglos ihren Dienst verrichten. Ich bin gespannt, ob die neuen SKF Lager länger halten werden. Falls nicht, werde ich in 2 Jahren wohl wieder die Lager wechseln müssen.

Die SKF 608 ZZ Lager